Voltpark Logo
Zurück zum Blog
Marktanalyse

5,54 ct/kWh: Wind-Onshore-Zuschläge auf dem Achtjahrestief

Voltpark Redaktion
2. April 2026
5,54 ct/kWh: Wind-Onshore-Zuschläge auf dem Achtjahrestief

5,54 ct/kWh – der niedrigste mengengewichtete Wind-Zuschlagswert seit acht Jahren. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat diese Woche die Ergebnisse der Wind-Onshore-Ausschreibung zum Gebotstermin 1. Februar 2026 veröffentlicht. Die Zahlen zeichnen das Bild eines Marktes unter wachsendem Wettbewerbsdruck.

Wind-Onshore-Ausschreibung 1. Februar 2026: Gebotsmenge und Zuschlagswerte
Wind-Onshore-Ausschreibung 1. Februar 2026: Gebotsmenge und Zuschlagswerte

Die Ergebnisse im Detail

Auf ein ausgeschriebenes Volumen von 3.445 MW wurden Gebote über 7.858 MW eingereicht – die siebte Überzeichnung in Folge. Insgesamt erteilte die BNetzA 439 Zuschläge mit Werten zwischen 5,19 und 5,64 ct/kWh.

Vor zwei Jahren lag der durchschnittliche Zuschlagswert noch bei 7,34 ct/kWh. Das entspricht einem Rückgang um rund 25 % – bei gleichzeitig deutlich gestiegener Gebotsmenge. Die Genehmigungspipelines sind voll.

Der Wettbewerb funktioniert. Der Spielraum wird knapp.

539 Negativpreisstunden in 2025 und fallende Zuschlagswerte für Onshore-Wind zeigen, dass sich die Erlösstruktur bereits heute verändert. Wer bei rund 5,5 ct/kWh bezuschlagt wird, hat entsprechend wenig Puffer in der Kalkulation.

Sinkende Zuschlagswerte bedeuten dabei nicht automatisch sinkende Stromgestehungskosten, sondern vor allem höheren Wettbewerbsdruck und eine geringere Fehlertoleranz. Standortqualität, Netzanschlusskosten und zusätzliche Erlösströme gewinnen bei der Projektentwicklung zunehmend an Bedeutung.

PV + Speicher ist Standard. Wind + Speicher nimmt nun Fahrt auf.

Co-lokalisierte Speicher verschieben Einspeisung in erlösstärkere Stunden, diversifizieren Erlösquellen und nutzen bestehende Netzanschlüsse effizienter. Entsprechend wird das Thema von vielen Projektentwicklern inzwischen konkret geprüft und geplant.

➡️ Bei derartigen Zuschlägen sind Speicher kein optionales Add-on mehr, sondern werden immer mehr zur Voraussetzung für ein tragfähiges Projekt.

Projekt vermarkten oder investieren?

Voltpark verbindet Entwickler und Investoren von Erneuerbare-Energien- und Batteriespeicherprojekten in Deutschland.

Zugang beantragen

Weitere Artikel

Ist jetzt ein guter Einstiegszeitpunkt für den Kauf von PV-Projektrechten?

Vor zwei Jahren kosteten baureife PV-Projektrechte jenseits der 100 EUR/kWp – heute sehen wir Preise bis hinunter auf 20 EUR/kWp. Die Kannibalisierung drückt den Marktwert Solar auf rund 1,3 ct/kWh. Doch mit Grünstromspeicher verdoppelt sich der PV-Erlös nahezu. Ist jetzt der antizyklische Einstiegszeitpunkt?

Zwei Auktionen bis zum Systemwechsel: PV-Freifläche bei 4,94 ct/kWh

Die PV-Freiflächen-Auktion im März 2026 war mit einem Gebots-Zuschlags-Verhältnis von rund 2,0 erneut deutlich überzeichnet – der mengengewichtete Zuschlagswert lag bei 4,94 ct/kWh. Trotz härterem Wettbewerb steigen die Preise. Warum, und was die letzten zwei Auktionen vor dem Systemwechsel 2027 für baureife Projekte bedeuten.

Deutschland: 866 DSOs für 52 Mio. Netzkunden – was die Fragmentierung für Entwickler bedeutet

866 Verteilnetzbetreiber versorgen in Deutschland 52 Mio. Netzkunden – Spanien kommt mit 333, die Niederlande mit 6 aus. Diese Fragmentierung macht jeden Netzanschluss zum Einzelprojekt, lässt Flexible Connection Agreements stark variieren und prägt sogar den Transaktionsmarkt. Warum das Netzgebiet schon bei der Standortwahl zählt.