5,54 ct/kWh – der niedrigste mengengewichtete Wind-Zuschlagswert seit acht Jahren. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat diese Woche die Ergebnisse der Wind-Onshore-Ausschreibung zum Gebotstermin 1. Februar 2026 veröffentlicht. Die Zahlen zeichnen das Bild eines Marktes unter wachsendem Wettbewerbsdruck.

Die Ergebnisse im Detail
Auf ein ausgeschriebenes Volumen von 3.445 MW wurden Gebote über 7.858 MW eingereicht – die siebte Überzeichnung in Folge. Insgesamt erteilte die BNetzA 439 Zuschläge mit Werten zwischen 5,19 und 5,64 ct/kWh.
Vor zwei Jahren lag der durchschnittliche Zuschlagswert noch bei 7,34 ct/kWh. Das entspricht einem Rückgang um rund 25 % – bei gleichzeitig deutlich gestiegener Gebotsmenge. Die Genehmigungspipelines sind voll.
Der Wettbewerb funktioniert. Der Spielraum wird knapp.
539 Negativpreisstunden in 2025 und fallende Zuschlagswerte für Onshore-Wind zeigen, dass sich die Erlösstruktur bereits heute verändert. Wer bei rund 5,5 ct/kWh bezuschlagt wird, hat entsprechend wenig Puffer in der Kalkulation.
Sinkende Zuschlagswerte bedeuten dabei nicht automatisch sinkende Stromgestehungskosten, sondern vor allem höheren Wettbewerbsdruck und eine geringere Fehlertoleranz. Standortqualität, Netzanschlusskosten und zusätzliche Erlösströme gewinnen bei der Projektentwicklung zunehmend an Bedeutung.
PV + Speicher ist Standard. Wind + Speicher nimmt nun Fahrt auf.
Co-lokalisierte Speicher verschieben Einspeisung in erlösstärkere Stunden, diversifizieren Erlösquellen und nutzen bestehende Netzanschlüsse effizienter. Entsprechend wird das Thema von vielen Projektentwicklern inzwischen konkret geprüft und geplant.
➡️ Bei derartigen Zuschlägen sind Speicher kein optionales Add-on mehr, sondern werden immer mehr zur Voraussetzung für ein tragfähiges Projekt.