Negative Strompreise galten lange als Sommerphänomen: PV-Spitzen zur Mittagszeit treffen auf geringe Nachfrage. Diese Logik verschiebt sich. Mit wachsender PV- und Windkapazität reichen inzwischen schon Frühjahrstage, um Überschüsse zu erzeugen.

Q1 im Jahresvergleich: der Trend ist eindeutig
Kumuliert für den Zeitraum 01.01.–25.03. (EPEX Spot DE/LU): Q1 2022 hatte 14 negative Stunden. Q1 2023 kam auf 22. 2024 und 2025 lagen bei jeweils 32. Dieses Jahr bereits 39, und die sonnenreiche Jahreshälfte hat noch nicht begonnen. 2026 ist auf Rekordkurs.
Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch
Hinter jeder negativen Stunde steht grüne Energie, die produziert, aber in diesem Moment nicht nachgefragt wird.
Ohne ausreichend Flexibilität im System wächst dieses Ungleichgewicht mit jedem zusätzlichen Gigawatt an erneuerbarer Leistung.
Systemintegration als Kernaufgabe
Zu Beginn des erneuerbaren Ausbaus konnte das Stromsystem die fluktuierende Erzeugung ohne weiteres absorbieren.
Mit weiterem Zubau verschiebt sich der Fokus: Die Integration erneuerbarer Energien (zeitlich, räumlich und wirtschaftlich) wird zur zentralen Herausforderung.
➡️ Negative Strompreise sind kein Problem der Energiewende, sondern ein Zeichen ihres Fortschritts.
Global stammen bereits über 90 % des Zubaus aus erneuerbaren Quellen. Überschüsse sind damit kein Fehler im System, sondern ein Signal für mehr Flexibilität.
Batteriespeicher, flexible Lasten, Digitalisierung und Netzausbau entscheiden künftig, ob aus Überschuss Wertschöpfung entsteht – oder Verschwendung.