Ab 1. April 2026 stellen die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber das Verfahren für große Netzanschlussanfragen (>100 MW) um.
Statt „first come, first served" nun „first ready, first served".
Betroffen sind vor allem Großbatteriespeicher, Rechenzentren und Elektrolyseure.
Damit verschiebt sich der Wettbewerb deutlich. Anträge werden künftig in Bewerbungsrunden gesammelt und abhängig von der Projektreife priorisiert.
Was beim Reifegrad zählt
- gesicherte Fläche (Kauf- oder Pachtvertrag)
- Genehmigungsstand (BImSchG / Baurecht)
- technisches Anschlusskonzept
- Finanzierungsfähigkeit
- Netz- und Systemnutzen (Definition tbd)
💰 Kosten: 50.000 € Antragspauschale + 1.500 €/MW Kaution bei Annahme.
Und was bedeutet das auf VNB-Ebene?
Bei einigen E.ON-Verteilnetzbetreibern zeigt sich diese Entwicklung bereits heute. Eine SNAP-Aussage (Schnelle Netzanschlussprüfung) dient lediglich als erste Orientierung zur Netzsituation.
Eine ernsthafte Prüfung und mögliche Reservierung erfolgt erst, wenn konkrete Projektfortschritte vorliegen – etwa gesicherte Flächen und ein laufendes Baugenehmigungsverfahren.
Das geplante Netzpaket 2026 dürfte diese Logik künftig breiter bei VNBs verankern.
Fazit
Der Netzanschluss war schon immer der größte Werttreiber eines BESS-Projekts. Mit den aktuellen Entwicklungen werden Netzanträge teurer und bestehende Netzanschlüsse / Reservierungen noch wertvoller. Für Entwickler mit Kapitalzugang und fortgeschrittenen Projekten bedeutet das Rückenwind. Für alle anderen eine weitere Hürde auf dem Weg zum Netzanschluss.