Zwischen 2022 und 2025 hat sich der EE-Überschuss im deutschen Netz verfünfzehnfacht.
Die Analyse der Residuallast zeigt, was dahinter steckt: Die verbleibende Nachfrage nach Abzug erneuerbarer Einspeisung wird zunehmend von kurzfristigen Schwankungen dominiert. Jeder Wechsel zwischen Überschuss und Defizit markiert ein eigenständiges Ereignis – und damit einen Flexibilitätsbedarf.
Der Treiber: Solar und Wind dominieren den Strommix
Der Anteil von Solar und Wind am Strommix ist stark gestiegen. Dadurch kommt es immer häufiger zu Situationen, in denen erneuerbare Erzeugung die Nachfrage übersteigt.
Kurze Überschussphasen – der Sweet Spot für Batteriespeicher
Entscheidend ist die Dauer dieser Phasen. Ein Großteil der Überschussereignisse ist kürzer als 10 Stunden. Es handelt sich um kurzfristige, wiederkehrende Muster innerhalb eines Tages, häufig geprägt durch die Einspeisung von Solaranlagen.
Batteriespeicher sind technisch wie wirtschaftlich genau für diese Zeiträume ausgelegt – sie können Überschüsse aufnehmen und wenige Stunden später wieder einspeisen, wenn die Nachfrage die Erzeugung übersteigt.
Längere Defizitphasen erfordern andere Lösungen
Demgegenüber stehen Phasen mit positiver Residuallast. Nur ein geringer Anteil liegt unter 10 Stunden. Längere Perioden mit geringer erneuerbarer Einspeisung – etwa windarme Phasen im Winter – dominieren hier und erfordern andere Formen der Flexibilität, insbesondere regelbare Kapazität und sektorübergreifende Lösungen.
Fazit: Flexibilität wird zum zentralen Engpass
Der zentrale Engpass im Stromsystem verschiebt sich von installierter Leistung hin zu räumlicher und zeitlicher Flexibilität. Kurzfristige Ungleichgewichte entstehen häufiger und verändern die Preisbildung systematisch – genau hier liegt der ökonomische Sweet Spot für Batteriespeicher.
Gleichzeitig bleiben längere Phasen mit positiver Residuallast strukturell bestehen und machen deutlich: Ein vollständig erneuerbares System benötigt neben Batteriespeichern zusätzliche Flexibilitätsoptionen.
➡️ Für Investoren und Projektentwickler bedeutet das: Die Marktbedingungen für Batteriespeicher verbessern sich strukturell. Wer heute in kurzfristige Flexibilität investiert, positioniert sich im Kern des zukünftigen Stromsystems.